Elemente
Consider the Potency in the Stillness in the eye of a hurricane.
– Dr. Rollin Becker D.O. “ The Stillness of Life“
Der Raum für Sein&Werden dient der Entfaltung stimmiger Selbstordnung in Systemen.
Ein Raum, der hält ohne zu lenken. Ein Raum, in dem das, was werden will, sich aus der Kraft des eigenen Seins in ein Werden und in ein neues Sein öffnet. Ein Raum, in dem Leben aus Kohärenz selbst seine Ordnung findet. Kohärent sein, bedeutet sich selbst wahrlich zu entsprechen.
Es ist weniger eine Methode, als eine Weise des Seins, in der man den eigenen Halt – das eigene Seins-Fulcrum in der inhärenten Stille beheimatet.
Das Fulcrum als Orientierungspunkt für systemische Selbstordnung ist ein zentrales Element für dieses Geschehen. Ein Fulcrum ist ein ruhender, tragender Dreh- und Angelpunkt aus dem die Hebel Bewegung in ein System bringen. Es sind nicht die Hebel, die Kraft erzeugen – das Fulcrum ist ein Zentrum, in dem Kraft entspringt und um das sich das System selbst organisiert.
Ein neues Fulcrum finden ist wie den Gang wechseln um einem gegenwärtigen Prozess der Neuordnung passend zu sein. Desto stimmiger, „gesünder“ die Verortung des Fulcrums ist, desto stimmiger, kohärenter ist die Wirkung – die Selbstordnung im ganzen System.
Die inhärente Stille ist ein weiteres Element kohärenter Orientierung. Mit Stille ist nicht etwa Schweigen oder Regungslosigkeit gemeint. Sie kann zutiefst dynamisch und lebendig sein – wie ein Tänzer, der ganz aus seinem Innersten heraus tanzt. Es ist ein Erleben, das sich als ein Ruhen im Sein und ein sich darin ganz zu Hause verbunden Fühlen beschreiben lässt.
Daraus ergibt sich das ordnende Element: Die Präsenz in der Stille wirkt als Fulcrum – der Ruhepol im sich bewegenden Geschehen. Die Stille im Auge eines Wirbelsturms. Der Stillpoint. Ein präsentes Beiwohnen, aus dem ein Haltgeben und Raumgeben zugleich entstehen. Halt und Raum begleiten das Werden zu dem was ins Sein kommen will – auf eine Weise in der sich die Neuordnung kohärent selbst findet.
Was zunächst abstrakt oder mystisch klingen mag, ist tatsächlich eine konkret erlebbare erdende Erfahrung. Diese Stille und das neue Verorten von einem stimmigen Fulcrum ist eine Grundhaltung, die bei der Osteopathie Behandlung bewusst praktiziert wird, ob beim Erfassen der Hebelkräfte um einen Wirbel, der Spannungslinien von verbundenen Faszien, oder den Rhythmen im Cranio-Sakralen System.
Und, sie kann auch in anderen Räumen eine zentrale Rolle einnehmen: Da wo es still ist, fällt ganz von selbst alles an seinen stimmigen Platz und öffnet sich – ohne Forcierung. Wie bei einem Schloss wenn die Schlüsselstifte an der Scherlinie ausgerichtet sind. Gerne bringe ich Dir diese Erfahrung in einer Sitzung mit mir näher.
Dieser Raum kann individuell oder gemeinsam kultiviert werden. Er kann vielfältigen Aktivitäten, Prozessen, Systemen und Themen dienen: für Individuen, füreinander im Miteinander, für Organisationen, bei systemischen Aufstellungen, zwischenmenschlichen Beziehungen, der Begleitung von Kindern, Gespräch und Kommunikation, Spiel, Meditation, Tanz, div. Therapieformen, Alltagsgeschehen, einem Baby das gerade zahnt – oder einem Erwachsenen der sich auch gerade so fühlt : -)
Jeden von uns bewegt der uns ganz eigene Ausdruck des Lebens, und wir fühlen uns in unserem Leben am wohlsten, wenn wir diesen so frei wie möglich gestalten können. Der Raum für Sein&Werden ist eine Einladung das Leben aus diesem Fulcrum zu navigieren.
